Aegypten: Innenpolitische Lage spitzt sich weiter zu

Nach den Massendemonstrationen vom 30. Juni und dem Ultimatum des aegyptischen Militaers an die Parteien vom 1. Juli haben sich die innenpolitischen Spannungen in Aegypten deutlich verschaerft. Das Militaer hat sowohl die Regierung unter Praesident Mursi als auch die Opposition aufgefordert, innerhalb von 48 Stunden eine tragfaehige Loesung fuer die seit Monate anhaltenden innenpolitischen Konflikte zu finden. Derzeit ist die weitere Entwicklung im Land vollkommen ungewiss, weitere gewalttaetige Auseinandersetzungen und eine Eskalation der Lage sind nicht auszuschließen.

Vor dem Hintergrund der juengsten Ereignisse hat das Auswaertige Amt am 2. Juli seinen Sicherheitshinweis deutlich verschaerft und fordert nun auch dazu auf, nicht notwendige Reisen nach Kairo und Alexandria zu vermeiden. Woertlich schreibt das Amt:

„Reisen nach Aegypten sollten in der aktuellen Situation auf die Urlaubsgebiete am Roten Meer, die Touristenzentren in Oberaegypten (insbes. Luxor, Assuan, Nilkreuzfahrten) und auf gefuehrte Touren in der Weißen und Schwarzen Wueste beschraenkt werden. Gegen Reisen in diese Gebiete im Transit ueber den Internationalen Flughafen Kairo bestehen keine Bedenken; der Flughafen funktioniert normal und ist gut gesichert.
Nicht notwendige Reisen nach Kairo und Alexandria sollten vor dem Hintergrund des innenpolitischen Machtkampfes (Ultimaten) und der volatilen Sicherheitslage aber vermieden werden. Von Reisen in die uebrigen Landesteile wird dringend abgeraten; dies gilt insbesondere fuer das Nildelta, den Sinai (mit Ausnahme der Touristenorte am Roten Meer im Kuestenstreifen zwischen Sharm-El-Sheikh und Nuweiba) sowie das aegyptisch-libysche Grenzgebiet. Von Reisen in den Nord-Sinai und das aegyptisch-israelische Grenzgebiet wird auch weiterhin dringend abgeraten. Ueberlandfahrten zwischen den oben genannten Staedten bzw. Landesteilen sind zu vermeiden – es sollte wo moeglich auf Flugverbindungen zurueckgegriffen werden. Von naechtlichen Ueberlandfahrten wird generell dringend abgeraten.
Seit dem 30. Juni finden im ganzen Land Großdemonstrationen statt, an denen in Kairo nach Schaetzungen am 30. Juni ueber eine Millionen Menschen teilnahmen. Die Demonstrationen blieben weitgehend friedlich, vereinzelt kam es aber zu Ausschreitungen mit einigen Toten und Verletzten. Fuer die naechsten Tage hat die Opposition weitere Demonstrationen und andere Maßnahmen (ziviler Ungehorsam) angekuendigt. Da auch die Unterstuetzer von Praesident Mursi zu weiteren Demonstrationen aufrufen, ist stellenweise mit weiteren Gewaltausbruechen zu rechnen. Das Militaer hat den politischen Parteien am 1. Juli 2013 ein Ultimatum von 48 Stunden fuer die Verstaendigung auf eine Loesung gestellt und mitgeteilt, dass es andernfalls selbst handeln werde.“
Aktuell reisen aus saisonalen Gruenden keine Gaeste von uns in Aegypten. Die naechsten Abreisen sind erst wieder ab dem 10. Oktober geplant.

Bei allen unseren Aegyptenreisen sind mehrtaegige Aufenthalte und Besichtigungen in Kairo geplant: Eine Durchfuehrung der Reisen ist daher nach aktuellem Stand nicht moeglich. Wir werden die weitere Entwicklung der Sicherheitslage aufmerksam beobachten und jeweils bis spaetestens zwei Monate vor Reisebeginn entscheiden, ob die Situation vor Ort eine Durchfuehrung der Reisen ermoeglicht.

Alle unsere Aegypten-Gaeste erhalten den jeweils aktuellen Sicherheitshinweis des Auswaertigen Amtes bei Buchung und mit ihren Reiseunterlagen. Sie sind somit grundsaetzlich ueber die anhaltend angespannte Lage in Aegypten informiert. In den naechsten Tagen werden wir zudem alle im Herbst 2013 gebuchten Gaeste per Rundschreiben ueber die aktuelle Situation im Land und darueber informieren, dass wir nach derzeitigem Stand unsere Aegyptenreisen aus Sicherheitsgruenden nicht durchfuehren koennen.

Allen unseren Aegypten-Gaesten bieten wir ein Recht auf kostenlose Umbuchung ihrer Reise bis vier Wochen vor Abreise an. (Quelle: Studiosus Reisen)

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